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Die zu dir flüſtern: Menſch! du biſt unſterblich, Siehſt Die ja wieder, die du ſcheiden ſah'ſt! Willſt immer zweifeln? Immer nur gedenken Der Schauer, da ein liebend Auge brach,
Der Schrecken, als ein theurer Athem ſtockte, Fühlſt ewig nur des Todes kalte Hand?
Von Gräbern bann' hinweg den Zweifelblick! Such' dir dein künftig' Wiederſehn, die Hoffnung, Bei Athmenden und Lebenden! Und ſpricht Die Quelle dir, der Vogel nicht vernehmbar, Kannſt du den Tag, die Sonne nicht verſteh'n, So laß die Sterne reden, ſchlage dir Die Blätter des geſtirnten Himmels auf,
Das große Buch mit gold'nen Rieſenlettern! Da ſtrahlt ein Licht, das ſelbſt die dunkle Nacht Dem Zweifel und dem Schmerze angefacht!
Ein weihevolles Herz, ſagte Ackermann gerührt, eine gewiſſe Myſtik der Naturanſchauung, die über das Räthſelhafte ſich doch nie zum Dunkeln und Un⸗ klaren verliert! Ich nehme meinen Tadel zurück...
Siegbert verdient nicht, ſagte Selma, daß ihm Oleander ſein Poeſie widmete.
Wohl, fuhr Ackermann mit geſchärftem Blicke auf Selma fort, ich höre dich gern ſo reden. Warum bezeugſt du aber dem ſinnigen Dichter nicht größere Theilnahme? Er iſt mit ganzer Seele dein Lehrer: Seit Siegbert's Freundſchaft hat er an Aeußerlichkeit gewonnen: Das Uebrige kann eine treue weibliche


