438
jungen Wildungen, die Beide die Reſidenz verlaſſen, laſſ' ich gern ziehen. Alle Drei ſind mir theuer ge⸗ worden, aber ihre Idealität und träumeriſche Unbe⸗ ſtimmtheit drückt mich. Sie ſtellen mir Zumuthungen auf den Grund von Vorausſetzungen, in denen ſtie ſich irren. Ich habe die Blouſe getragen, habe den Hobel geführt, es war keine Grille. Aber, wer ſagt denn, daß ich darum die Ordnung der Welt auskeh⸗ ren will? Ich habe mir das Leben ſelber geſtalten wollen: ich mochte vom Schickſal keine Gunſt, die ich mir nicht erworben. Allein Das, was mir perſönlich zu Nutzen kommt, wird doch nie eine Verbindlichkeit für Andre werden ſollen? Ich bin froh, auch von dieſer Seite frei zu ſein und von einem der fatalſten Uebel nicht gepeinigt zu werden, der Behinderung durch freundſchaftsberechtigte Rathgeber, vor Denen man Alles vorher erörtern und nachher rechtfertigen ſoll. Fühl' aus dieſen Worten nichts Kaltes, nichts Liebloſes heraus! Die Menſchheit kann halbe Perſön⸗ lichkeiten nicht mehr brauchen. Man muß ſich ganz einſetzen und für ſeine Wahrheiten oder Irrthümer allein aufkommen, ſagte auch die Welt: dieſer Menſch iſt ein Dämon.
Ich ſchreibe dir dieſe Worte nach einer ſchlafloſen Nacht in früheſter Morgenſtunde. Es iſt ein Abſchied,


