Teil eines Werkes 
6. Bd. (1851)
Entstehung
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die Schätze ganz Jeruſalems zu Füßen und verſchenkte ſie an Den, der ſich ihm ergab. Er bot Alles an, Würden, Aemter, Ehrenzeichen, Geldmittel, Erfolge, ſchöne Frauen, je nachdem er das weltliche Streben einer Geiſteskraft oder das träumeriſche Sehnen einer Phantaſie vor ſich fand.

Und wenn man fragen wollte, wozu Sylveſter Rafflard ſich einer ſo unermüdlichen Verführung er⸗ gab, ſo iſt nicht erwieſen, daß er geradezu ſchaden wollte. Er würde ſich in dieſem Falle bei ſeiner un⸗ ausgeſetzten Betriebſamkeit großen Gefahren ausgeſetzt haben. Er wollte nicht einmal verwirren. Er wollte nur exiſtiren, ſich behaupten, im großen Stile exiſtiren. Dazu bedurfte er hundert Beziehungen. Er mußte

eine Beziehung auf die andre bauen, einen Trumpf

gegen den andern ausſpielen. Sonſt war eigentlich ſeine geheimſte ſataniſche Freude Die, jeden Menſchen gleichſam im Zuſtande der Natürlichkeit zu ſehen. Wir wiſſen, wie Rafflard als Erzieher wirkte, wie es ihn reizte, ſchon das Gelüſten der erſten Knabenzeit zu beobachten. Wir wiſſen, daß Egon's früheſte Lebens⸗ verſtimmung, ſeine Verzweiflung am Daſein, die ihn von Genf nach Lyon, fort von allen Beziehungen ſeines Standes trieb, eine Folge der Verführung ſei⸗ nes eignen Lehrers war. So aber wie Egon wollte

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