Teil eines Werkes 
6. Bd. (1851)
Entstehung
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die ſtrenge Bewohnerin des Faubourg St.⸗Germain ihre Tochter mit gnädiger Herablaſſung auf, bald aber zeigte ſich, daß die alte jeſuitiſche Klaſſizität der Mut⸗ ter mit der romantiſchen Ketzerei der Tochter ſich nicht vereinigen ließ. Welche Eirkel ſuchte Helene auf! Welche Menſchen fand ſie intereſſant! Wie verworren ſah es in ihrem Salon aus! DerHorreur, den die Mutter durchweg vor der Tochter empfand, ſtei⸗ gerte ſich, als Helene die Rückſichten auf ihren krän⸗ kelnden, blaſirten, überbequemen Gatten völlig aus den Augen ließ und ſich mit ihm ſogar auf eine Art Freundſchaft, auf den Fuß einer gegenſeitigen Scho⸗ nung und Duldung ſetzte! Der Graf wurde der Ver⸗ traute ſeiner Gattin. Er mußte ſorgen, helfen, ver⸗ mitteln, wenn ihr Herz litt. Und er gab ſich dazu mit der ganzen modernen Philoſophie, die Sitte und Geſetz auf den Kopf ſtellt und das Herz zum Gott, deſſen Eingebungen zur Offenbarung macht, bereit⸗ willigſt her, zum großen Unmuth der Mutter, die dieſe neuromantiſche Ehe mit keinen Kindern geſegnet ſah. Durch Zufall war der Neophyt Sylveſter Raff⸗ lard der alten Gräfin nähergekommen und der Ver⸗ traute ihrer Wünſche geworden. Die alte Dame hatte immer einen ſolchen zuverläſſigen Hausfreund nöthig gehabt und hielt ſehr treu zu ihm, falls er ſich be⸗