ſen, halb der ſinnende Gelehrte... und ein Ton aus ſeinem Munde drang, ein Organ, ein Klang, ein Hauch, würdig, die Worte eines Geiſtes zu tragen, der immer tief, immer lieblich und eigenthümlich in ſeinen Wendungen war... werden Sie nicht unge⸗ duldig, Prinz! O, es wird eine Stunde kommen, wo jedes Atom der Erinnerung an Heinrich Rodewald Sie erſchüttern wird...
Ich höre ja! Ich höre ja! ſagte Egon ungedul⸗ dig; aber was ſoll mir Heinrich Rodewald?...
Rodewald, fuhr Pauline ſcharf und den Ton jetzt deſto ſchärfer auf dieſen Namen legend, fort, Rode⸗ wald war jünger als ich. Unſer Verhältniß war erſt Werthſchätzung, dann Liebe und als ich Clende von meinen Leiden gefoltert wurde, war ich ſelbſt von der Freundſchaft beſeligt, die einer Liebe folgte, deren Band durch eine neue Ehe zu heiligen von manchen Vor⸗ urtheilen der Welt verhindert wurde. Ich muß mir leider verſagen, Ihnen zu ſchildern, wie ich mit Rode⸗ wald ſtand, als ich nach neun Jahren des innigſten Zuſammenhanges mit ihm, der ſich auch nach der Rückkehr aus Italien von Weltvorurtheilen nicht ſtö⸗ ren ließ, in einem tiroliſchen Badeorte Landeck, die Freude hatte, mit meiner geliebten Amanda, dama⸗ ligen Gräfin Hohenberg, zuſammenzutreffen. Welche


