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zu beruhigen, den Tumult ſeiner Adern einigermaßen zu bändigen. Er wollte zur Rechtskunde als Lehrer dieſer Wiſſenſchaft zurückkehren und gedachte in Ita— lien den alten und manchen eben erſt entdeckten Quel— len der römiſchen und mittelalterlichen Rechtsſatzun⸗ gen nachzuforſchen. Dabei liebte er Malerei und Pla⸗ ſtik und ſchwärmte wie damals Alle... Ach, Ihr kennt in Eurem politiſchen Hader und Eurer Zeitungs⸗ bildung die majeſtätiſchen Klänge nicht, die damals durch die Herzen der Jugend tönten— Das war ein Ahnen, ein Sehnen, ein Suchen, ein Erfaſſen! Das war ein Cultus der Muſen, ein Forſchen nach Wahr⸗ heit... Heinrich Rodewald lebte nur in Goethe, in Dante, Rafael, in Schelling. Er kannte die Alten, ſtudirte die mittlere Epoche und lebte faſt in derſelben Entwickelung wie Byron. Er dichtete nicht, aber ſein Leben war ein Gedicht. O was preiſ' ich ihn, da ich ihn doch haſſen ſollte! Ich begegnete Heinrich Rodewald in dem ahnungsreichen, jugendlichen Rhein⸗
thale, das zwiſchen dem Bodenſee und Chur den An⸗ fang der Straße bildet, die durch die Via mala nach
Italien hinüber führt. In Ragaz braucht' ich die von
Pfäffers an der wilden Tamina hin herabgeleiteten
Bäder. O mein Prinz, ich ſchildere Ihnen dieſe Er⸗
innerungen nicht, weil ich weiß, daß eine Zeit kommen


