ihre Erziehung; gemeinſchaftlich waren ihre Erholun⸗ gen. Ich, die Mittlere unter den drei Freundinnen, wurde von Anna und Amanda nur noch inniger ge⸗ liebt, weil ich plötzlich kränkelte und kein langes Leben verſprach. Dennoch gelang es einer guten Kur, mich von oft ſchrecklichen Anfällen eines Bruſtkrampfes zu befreien und mich bis in mein achtundzwanzigſtes Jahr wiederherzuſtellen, wo ich auf's neue die Anfälle jener Krämpfe bekam, von denen man damals glaubte, daß ich ſie nicht mehr ein Jahr würde aushalten können. Amanda und Anna verheiratheten ſich, ſpäter als ich, die früher einen Baron von Ried ehelichte. Gerade als Baron von Ried ſtarb, wurde Amanda die Ge⸗ mahlin jenes berühmten Kriegers, dem unſer Fürſten⸗ haus zu ewigem Danke verpflichtet iſt. Anna hei⸗ rathete einen jungen Offizier, der ſeinen Abſchied nahm und eine Landrathsſtelle bekleidete, den Sohn des Obertribunalspräſidenten, meinen künftigen Schwa⸗ ger. Durch dieſe Heirathen ſtatt uns zu einen, trenn⸗ ten wir uns. Es iſt ſo der Gang aller Jugendfreund⸗ ſchaften. Ich begab mich, als Witwe, wieder leidend, wieder meiner Geſundheit wegen, auf Reiſen, meine Begleitung und treue Pflege war der Obhut meiner älteren Dienerin anvertraut, die noch jetzt die Füh⸗ rung meines Hausweſens beſorgt. Ich war in der
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