Teil eines Werkes 
5. Bd. (1851)
Entstehung
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24 die Macht der Liebe, die auch die Schwingen des Talents kräftiger heben lehrt, als ſie von Natur flie⸗ gen würden, mit zitterndem Bleiſtift hingeworfen. Ich ſuche einen Maler, der mir würdig ſcheint, ſie auszu⸗ führen; dann überraſch' ich dich mit den Erinnerungen an ſchöne Tage. O ſie werden wiederkommen! Egon, haſt du denn nicht Mitleid mit mir? Nur ein Wort der Erquickung für meine zehrende Sehnſucht! O laß mich bald an deinem Herzen ruhen, mein Geliebter, mein einziger, einziger Egon!“

Es war Dies eine Apoſtrophe, wie ſie Egon ſeit vierzehn Tagen in immer gleichen Lauten der Ver⸗ zweiflung, der Liebe und der ohne Weiteres voraus⸗ geſetzten Wiedervereinigung erhielt. Als er das Pa⸗ pier geleſen hatte, ſummten ihm im Gedächtniß die Shakeſpeare'ſchen Verſe:

Wenn Ihr Euch meiner nicht erbarmt, mein Lieber,

Baut' ich an Eurer Thür' ein Weidenhüttchen

Und riefe meiner Seel' im Hauſe zu,

Schrieb' fromme Lieder der verſchmähten Liebe,

Und ſänge laut ſie durch die ſtille Nacht, Ließ' Eure Namen an die Hügel hallen, Daß die vertraute Schwätzerin der Luft Olivia! riefe! O ihr ſolltet mir

Nicht Ruh' genießen zwiſchen Erd' und Bevor Ihr Euch erbarmet!

Beide Freunde ſchwiegen....

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