Teil eines Werkes 
5. Bd. (1851)
Entstehung
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dir zu vernehmen! O Gott, Das ertragen zu ſollen! Wenn ich zurück denke und mir noch einmal vorſtelle, daß ich in einer Stadt mit dir leben und dich nicht ſehen ſollte, ich begriffe nicht, was einem Herzen möglich iſt, das dulden kann und hofft. Aber nun öffnen ſich auch die Himmel und die Genien der Liebe reichen mir den Kranz der Bewährung und des ſe⸗ ligſten Lohnes! Egon, ich werde dich wiederſehen, dir in's Auge blicken, den Kuß deiner Lippen fühlen. Ich zähle die Minuten, i6 ween nicht, wie mich die Vorſehung mit dieſer Langmuth ausſtattete, ich erkenne mich nicht. Mein geliebter Egon! Wie konn⸗ teſt du fliehen? Fliehen vor einem Herzen, das ohne dich brechen muß? Laß mich leben! Leben in deiner wiedergewonnenen Liebe! Ich habe unter den Erin⸗ nerungsblättern an unſer Glück heute das letzte an⸗ gefangen, eine kleine Zeichnung des Tempels, den ich unſerer Liebe auf meiner Villa in Enghien bauen wollte. Alle dieſe Skizzen, die ich nur mit ungeübter Hand entwerfen konnte, ſind mein einziger Troſt in dieſer Einſamkeit geweſen. Der See, die Terraſſe, der alte Eichbaum auf der Höhe des Waldrückens, die große Ebene mit dem Bahnhofe, meine kleine Veranda, die du ſo liebteſt und ſo zierlich ſchmücken halfſt, alle dieſe Blättchen hab' ich im Vertrauen auf