Teil eines Werkes 
5. Bd. (1851)
Entstehung
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Drommeldey, der ärztliche Rathgeber der vorneh⸗ men Stände, hatte wol ſonſt eine mildere Anſicht. Man hatte auch Sorge getragen, ihn mit der d'Azi⸗ mont ſogleich bekannt zu machen; allein ſo rührend ſie zu bitten verſtand, bis zu einem gewiſſen Zeit⸗ raum, der ſeinen Anordnungen zufolge erſt heute ein⸗ treten ſollte, duldete auch Drommeldey keine Aufregung ſeines Patienten. So blieb Helenen nichts übrig, als ſich jenem Rafflard anzuvertrauen, deſſen Ankunft in dieſer Stadt ſie mit ſo vielem Misvergnügen bei Pau⸗ linen von Harder vernommen hatte... Wahrhaft erſtaunt mußte ſie ſein, als dieſer vertraute Freund ihrer Schwiegermutter ſich ihr ſelbſt näherte und ihr die innigſte Theilnahme für ihr Leiden zu erkennen gab. Von einer Prüfung ſeiner Abſichten war keine Rede; denn er nahm ihren Schmerz für vollkommen begründet hin und weinte ſelbſt über ihre Thränen. Sie faßte zitternd ſeine Hand. Rafflard, der geheime Jeſuit, küßte die ihrige und ſogleich war er mit in das Complot gezogen, das ihre vereinten Geiſteskräfte geſchmiedet hatten, um Egon nun zuvörderſt die Nähe der Geliebten zu verrathen. Rafflard bot ihr darin jeden Vorſchub. Man beſtach alle Diener des Hauſes. Rafflard ſetzte ſich vorzugsweiſe mit den Wandſtabler's in Verbindung und ſo war denn bald einmal eine