Teil eines Werkes 
4. Bd. (1851)
Entstehung
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zeigten ſich unwillkürlich, wenn die Lippen wie vom Schmerze offen ſtanden. Die Form des Halſes, des Nackens, die Wölbung der Hüften, Alles war zwar klein, zwar zierlich, aber doch ſchlank und von regel— mäßiger Harmonie und voll und fleiſchig, trotz des Kummers, der doch an ihr nagte. Das Auge blau und im Nu ſo groß geöffnet, daß es unter den ſchwar⸗ zen Wimpern wie eine leuchtende Kryſtallkugel auf⸗ zugehen ſchien. Die ganze Schwärmerei einer ita⸗ lieniſchen Sternennacht lag in dieſem Auge, wenn es ſich öffnend ſtarr den Blick feſthielt und den Gegen⸗

ſtand, auf den es fiel, faſt in ſich aufſaugend ver⸗

zehrte. Das ſchwarze Haar lag im einfachen Scheitel

dicht und glänzend über der kleinen Stirn. Wäre

dieſe Stirn ein wenig größer geweſen, man hätte das Bild einer religiöſen Denkerin, einer entzückten Schwär⸗ merin gehabt. Da ſie aber klein, von dem Scheitel beſchattet war, ſo verſinnlichte ſie nur das Gemüth, die Leidenſchaft, die gleichſam völlige Abweſenheit alles Nachdenkens. Die Liebe ſchien der Glaube die⸗ ſer Frau zu ſein; die Zärtlichkeit das einzige Bekennt⸗ niß ihres Herzens.

Wir wiſſen, daß Helene d'Azimont dreißig Jahre zählt. Eine gewiſſe ſchwellende Rundung ihrer For⸗ men war die einzige Beſtätigung dieſes Alters. Sonſt

hal