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auch in ſich vorgefunden haben wollte. Amarantha galt für ein Bild aus der Wirklichkeit und wurde rei⸗ ßend geleſen. In der That hatte Pauline hier Alles zuſammengerafft, was ſie nur, ohne zu auffallend in⸗ discret zu erſcheinen, von geſtörten Eheverhältniſſen, unverſtandenen Seelenleiden, zerriſſenen Freundſchaften in der höhern Geſellſchaft beobachtet hatte. Sie hatte einige Gräfinnen, Baroneſſen, Fürſtinnen in Conflicte ihrer nächſten Herzensintereſſen gebracht und dabei die jungen Offiziere und Legationsſecretaire die Rollen ſpie⸗ len laſſen, die in alten Zeiten die St.⸗Preuxs, die Werthers oder Roquairols ſpielten. Amarantha war die Heldin dieſer Abenteuer, eine eitle aus einer Hand in die andere fliegende und für jede neue Liaiſon und jede alte„Rupture“ immer die triftigſten Gründe an⸗ führende Coquette, die zuletzt, da ſie Niemanden mehr gewinnen kann, fromm wird, ins Kloſter geht und dort einige komiſche Wunder thut. Das Ganze war mit Bosheit geſchrieben und deshalb gewiß nicht ohne Unterhaltung, denn leider gehört die Malice jetzt auch
zu den Muſen; Apollo würde ſie in unſerm Jahrhun⸗
dert als die zehnte ſeines Bundes nicht zurückweiſen
dürfen. Die Malice erfindet, ſchafft, ſie„macht“.
Eine Zeitlang wenigſtens dauern ihre Werke. Eine
Zeitlang feſſeln, unterhalten ſie, dann zerſtiebt ihre


