Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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377 Spitzentuch in der Hand, mit dem ſie zuweilen über die hohe Stirn fuhr, um die Spuren der Hitze oder irgend einer gewaltigen Anſtrengung, die ſie überſtan⸗ den zu haben ſchien, zu tilgen. Das weißſeidene Ban⸗ deau, das mit einem Zipfel über den noch an den ſchwärzeſten Haaren recht reichen Hinterkopf fiel, gab ihrem Blick etwas ungemein Scharfes und Stechen⸗ des, faſt wie vom Ausdruck eines Raubvogels. Nach vorn war über dem ſonſt gewiß ebenholzſchwarz ge⸗ weſenen Haare ſchon ein leichter Anflug von künftigem Silber ſichtbar. In einem gewellten Scheitel lag dies grauſchimmernde Haar über der Stirn und den Schlä⸗ fen. Das Bandeau ſchien die Unentſchloſſenheit an⸗ zudeuten, ob ſich die Dame bereit erklären ſollte, viel⸗ leicht ganz im grauen Haare, das mancher geiſtreichen und noch leidenſchaftlichen Matrone außerordentlich ſchön ſtehen kann, ihren Stolz zu ſuchen oder es vor⸗ läufig doch noch ſo viel wie möglich zu verbergen. Hinter der Dame und ihrer ältern Begleiterin, die etwas gebückter, etwas hinfälliger, aber doch unter der feinen breitkantigen Spitzenhaube die Liſt und Schlau⸗ heit ihrer Augen nicht verbergen konnte, folgte ein Be⸗ dienter, der ein ſilbernes Waſſerbecken und ein feines damaſtenes Handtuch trug. Seine Gebieterin tauchte die ſchön gepflegten langfingerigen Hände mehrmals

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