6 immer wärmer, immer ergebener und nachſichtiger zu fühlen, während Dankmar dagegen ſchon an ſich ſelbſt geſtehen mußte, daß er mit jedem Jahre, an dem ſein Alter zunahm, im Gegentheil kälter zu den— ken lernte. Die Kälte des Fremden ſchien ihm nicht Kälte des Herzens, ſondern gerade auch dieſe Kälte der Erfahrung, dieſe Kälte des Unglücks und des innerſten Mismuthes.
Aber auch von dieſem Fremden ſah Dankmar
nichts mehr. Zu den Behörden zu gehen, ſeinen Verluſt dort noch einmal anzuregen, ſchien ihm, nach dem tiefen moraliſchen Eindruck der Verſicherung des angeblichen Egon, nicht mehr nothwendig. In der Schmiede, wo er vorſprach, hatte er einen ſtumpf⸗ ſinnigen tauben jüngern Geſellen, den Zeck Sohn angetroffen, der keine einzige ſeiner Fragen beantwor⸗ ten konnte. Mit dem ältern, dem Zeck Vater, ſchien es ihm anfangs, als wuͤrde er, wenn er viel forſchen müßte, noch ſchlimmern Stand haben; denn dieſer war ſtockblind. Die Unruhe, die den großen athletiſch gebauten alten Mann ergriff, wie Dankmar ſich als Eigenthümer des neulich geraubten Frachtgutes zu er⸗ kennen gab, fiel ihm allerdings auf. Allein einem Ver⸗ dachte gab er keinen Raum und konnte es nicht, da die Ausſagen des Blinden mit denen des Fuhrmanns
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