289
gen in den goldenen Löwen beſchieden und auf zwei Uhr ein Mittageſſen für ſie beſtellt. Der Onkel Glegg wird auch hinkommen. Die Einladung ſtand ſchon letzten Sonnabend im Stadtboten.“
„Dann weiß auch Wakem davon!“ rief Mr. Tulliver, und ſein Auge leuchtete von einem trium⸗ phirenden Feuer.„Ah,“ fuhr er fort, indem er dieſen Laut gedehnt durch die Kehle gleiten ließ, ſeine Tabaksdoſe, den einzigen Luxus, der ihm ge⸗ blieben war, hervorholte und mit einem Anflug des alten Trotzes die Finger darauf trommeln ließ—
„ich werde wieder hervorkommen unter ſeinem Dau⸗
men, obſchon ich die alte Mühle verlaſſen muß. Ich dachte, ich werde es hier wohl aushalten können, bis ich ſterbe— aber ich kann's nicht... Wir haben wohl kein Schlückchen Trunk im Haus, Beſſy?“
„Ei ja,“ verſetzte Mrs. Tulliver, ihren ſehr klein gewordenen Schlüſſelbund hervorholend;„es iſt noch der Likör da, den mir Schweſter Deane brachte, als ich krank war.“
„So hol ihn— hol' ihn. Ich fühle mich ein Bischen ſchwach.“
„Tom, mein Junge,“ ſagte er, nachdem er ſich durch die geiſtige Flüſſigkeit ein wenig geſtärkt hatte, „Du mußt eine Rede an ſie halten. Ich ſage ihnen, daß der größte Theil der Gelder von Dir herrühre. Sie werden daraus erſehen, daß ich
wenigſtens ehrlich bin und daß ich einen ehrenhaften
Sohn habe. Ah, wie froh wäre Wakem, wenn er einen Sohn wie ich hätte— einen ſchönen geraden Burſchen, ſtatt jenes armen verkrüppelten Geſchöpfs! Du wirſt emporkommen in der Welt, mein Fundge
Eliot, Die Mühle am Floß. II.


