Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
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Du darfſt ja nicht meinen, Tom, ich glaube, Du habeſt Recht, und ich werde mich Deinem Willen beugen. Ich verabſcheue die Gefühle, welchen Du gegen Philipp Ausdruck geliehen haſt, und kann nur Qeinen ſehr gemeinen Sinn in den unmännlichen, be⸗ ſchimpfenden Anſpielungen auf ſeine Mißgeſtalt fin⸗ den. Du haſt Dein ganzes Leben über an anderen Leuten zu tadeln gehabt, und nur Du wollteſt ſtets im Recht ſein; dies rührt daher, daß Dein Geiſt nicht groß genug iſt, um einzuſehen, wie es noch beſſere Dinge gibt, als Dein Betragen und Deine eigenen kleinlichen Beſtrebungen.

Allerdings ſehe ich nicht ein, worin das Beſ⸗ ſere von Deinem Betragen und Deinen Beſtrebungen liegt, ſagte Tom kalt.Wenn Dein und Philipps Verhalten recht geweſen iſt, warum habt ihr euch geſchämt, es bekannt werden zu laſſen? Hierauf möchte ich eine Antwort haben. Ich weiß, nach was ich mit meinem Benehmen ſtrebte, und bin darin glücklich geweſen; aber welchen Vortheil hat das Deinige Dir oder irgend Jemand ſonſt gebracht?

Ich verlange nicht, mich zu vertheidigen, ent⸗ gegnete Maggie noch immer mit Heftigkeit.Ich

weiß, daß ich oft, daß ich faſt immer Unrecht hatte.

Und doch handelte ich bisweilen nur deßhalb unrecht, weil ich ein gefühlvolles Herz habe, und der Beſitz eines ſolchen würde Dir ſicherlich recht wohl zu ſtat⸗ ten kommen. Wenn Du einen Fehler machteſt oder etwas ſehr Unrechtes gethan hätteſt, ſo würde ich Deinen Schmerz mitfühlen und nicht verlangen, daß man Dich noch mehr ſtrafe. Dir aber hat es immer Freude gemacht, wenn Du mich ſtrafen