Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
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konnteſt Du biſt immer hart und grauſam gegen mich geweſen; ſelbſt als ich noch ein kleines Mäd⸗ chen war, das Dich mehr liebte, als ſonſt irgend Jemand auf der Welt, ließeſt Du mich weinend zu Bette gehen, ohne mir zu verzeihen. Du kennſt kein Erbarmen und haſt kein Gefühl für Deine eigenen Unvollkommenheiten und Sünden. Die Hartherzig⸗ keit iſt eine Sünde, die keinem Menſchen, keinem Chriſten ziemt. Du biſt nur ein Phariſäer; denn Du meinſt, Du habeſt Gott für nichts zu danken, als für Deine Tugenden, die groß genug ſeien, um damit alles Andere zu gewinnen, und merkſt nicht, daß Deine glänzendſten Tugenden von einer anderen Seite betrachtet blos Dunkelheit ſind.

Wohlan, ſagte Tom mit kalter Verachtung, wenn Dein Herz um ſo viel beſſer iſt als das mei⸗ nige, ſo zeig' es mir in einer anderen Weiſe, als in einem Betragen, das vorausſichtlich uns Alle in Schande bringt nicht in einem lächerlichen Stürzen von einem Extrem zum anderen. Wenn ich fragen darf, wie haſt Du denn die Liebe, von der Du ſo viel Redens machſt, gegen mich oder den Vater be⸗ wieſen? Durch Ungehorſam und Täuſchung. Da mach⸗ ich's anders, wenn ich meine Liebe zeigen will.

Weil Du ein Mann biſt, Tom, weil Du Kraft haſt und in der Welt etwas ausrichten kannſt.

Wenn Du nichts thun kannſt, ſo unterwirf Dich denen, die's können.

Ich unterwerfe mich gerne in Allem, was mei⸗ nem Gefühl nach recht iſt; ja ich will mich ſogar in das fügen, was mir unvernünftig ſcheint, wenn es