Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
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Liebeserklärungen zu machen, ſelbſt wenn Sie ein paſſender Gatte für ſie wären, während Ihnen doch bekannt ſein muß, daß weder ihr Vater noch der Ihrige je zu einer Heirath ſeine Zuſtimmung erthei⸗ len wird? Und Sie Sie verſuchen es, ſich in die Neigung eines ſchönen Mädchens einzuſchleichen, das noch nicht achtzehn Jahre alt und durch das Unglück ihres Vaters von der Welt abgeſchieden iſt! Iſt dies Ihr verkrüppelter Begriff von Ehre? Ich nennne es ſchändliche Hinterliſt ich nenne es einen Mißbrauch der Umſtände, um ein Geſchöpf zu ge⸗ winnen, das zu gut für Sie iſt und das Ihnen auf einem ehrlichen Wege nie zugänglich geworden wäre.

Iſt es männlich von Ihnen, ſo mit mir zu ſprechen? verſetzte Philipp bitter, und ſein ganzer Körper bebte unter heftiger Erregung.Doch Rieſen haben ſeit unvordenklichen Zeiten ein Recht auf gei⸗ ſtige Beſchränktheit und grobes Maulheldenthum. Sie ſind unfähig, auch nur zu begreifen, was ich für Ihre Schweſter fühle in einem Grade fühle, daß ich ſogar wünſchen könnte, in Freundſchaft mit Ihnen zu leben.

Ich würde es ſehr beklagen, wenn ich Ihre Gefühle begriffe, entgegnete Tom mit ſchneidender Verachtung.Aber Ihnen will ich etwas begreif⸗ lich machen, daß ich nämlich Acht haben werde auf meine Schweſter, und wenn Sie ſich je nur im min⸗

deſten unterſtehen, ihr zu nahen, ihr zu ſchreiben

oder ſie an ſich zu ziehen, ſo wird ſelbſt Ihr krüp⸗ peliger, elender Körper, der Sie Beſcheidenheit lehren ſollte, Sie nicht ſchützen. Ich klopfe Sie windel⸗ weich, und Sie ſollen mir das Geſpött der ganzen