Tone, als verlange man von ihr, daß ſie ſprechen
ſolle, noch eh' die Stimme ihr zu Gebot ſtand:
„Und ich hab' ihm oft und oft geſagt, was Du auch thuſt, laß Dich nur nicht auf einen Proceß ein⸗ — und was hab' ich weiter thun können? Ich mußte mir's ruhig gefallen laſſen, wie er mein Geld verthat und das dazu, was meinen Kindern hätte zufallen ſollen. Auf Dich wird nie ein Penny kom⸗ men, mein Sohn— aber es iſt nicht Deiner armen Mutter Schuld.“
Sie ſtreckte den einen Arm gegen Tom aus und ſah ihn kläglich an mit ihren hilfloſen, kindiſchen blauen Augen. Der arme Junge ging auf ſie zu, küßte ſie und klammerte ſich an ſie an. Zum erſten⸗ mal gedachte er mit einem Gefühl von Vorwurf ſeines Vaters. Die ihm angeborene Tadelſucht, die er bisher ſeinem Erzeuger gegenüber zurückgehalten hatte, weil er denſelben aus dem einfachen Grund, daß er Tom Tullivers Vater war, ſtets im Rechte wähnte, wurde durch die Klage ſeiner Mutter in einen neuen Kanal geleitet, und in ſeine Entrüſtung gegen Wakem begann ſich allmählich auch ein Groll anderer Art zu miſchen. Sein Vater mochte dazu beigetragen haben, ſie alle in's Unglück zu bringen und zum Spott der Leute zu machen; aber Nie⸗ mand ſollte lang mit Verachtung von Tom Tulliver ſprechen. Die natürliche Kraft und Feſtigkeit ſeines Weſens machte ſich nachgerade geltend, geſpornt von dem doppelten Antrieb des Grimms gegen ſeine Tanten und des Gefühls, daß er ſich wie ein Mann benehmen und für ſeine Mutter ſorgen müſſe. „Härmt Euch nicht länger ab, Mutter,“ ſagte


