Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
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gewirkt. Die Augen ihres Vaters hafteten noch un⸗ ruhig auf der Thüre, als ſie eintrat und ſogleich dem ſeltſamen, ſehnſüchtigen, hilfloſen Blick begegnete, der ſie vergeblich geſucht hatte. In plötzlicher Auf⸗ regung richtete er ſich von ſeinem Lager auf ſie ſtürzte auf ihn zu und bedeckte in ihrem ſchmerzlichen Weh ihn mit Küſſen.

Das arme Kind! Sie mußte ſo früh einen jener großen Momente im Leben kennen lernen, in wel⸗ chem all unſer Fürchten und Leiden, all unſere Hoff⸗ nungen und Freuden in Unbedeutſamkeit zuſammen⸗ ſchrumpfen und wie eine gewöhnliche Erinnerung untergehen in jener einfachen urſprünglichen Liebe, welche uns in der Zeit der Hilfloſigkeit oder des Leidens an uns nahe ſtehende Weſen kettet.

Aber der Lichtblick des Erkennens war eine zu heftige Anſpannung der geſchwächten geiſtigen Ver⸗ mögen des Vaters geweſen. Er ſank zurück in neuer Beſinnungsloſigkeit und Starrheit, die viele Stunden anhielt und nur durch ein momentanes Aufflackern des Bewußtſeins unterbrochen wurde, in welchem er geduldig nahm, was man ihm reichte; dabei ſchien er eine Art kindiſcher Freude an Maggie's Nähe zu haben etwa wie der Säugling, wenn er dem Mutterbuſen zurückgegeben wird.

Mrs. Tulliver ſchickte nach ihren Schweſtern, und da gab es viel Lamentiren und Händeaufheben in dem Erdgeſchoß; ſowohl Onkel als Tanten ſahen, daß der Untergang Beſſys und ihrer Familie ſo vollſtändig war, als ſie immer vorausgeſagt hatten, und in der ganzen Familie herrſchte nur das gemein⸗ ſame Gefühl, daß den Mr. Tulliver ein Gericht