338
zeigten, als habe ſich plötzlich in der Geſtalt eines ſchwarzen Vorhangs eine Wolke in ſeinen Weg gelegt.
Doch Maggie that ihrem Schmerzerguß bald wieder Einhalt; ein einziger Gedanke hatte auf ſie wie ein aufſchreckender Ton gewirkt.
„Wir müſſen uns auf den Weg machen, Tom— wir dürfen nicht bleiben— der Vater wird mich vermiſſen— die Kutſche kömmt um zehn Uhr an dem Schlagbaum vorbei.“— Sie ſprach dies mit haſtiger Entſchiedenheit, indem ſie ſich die Augen rieb und dann aufſtand, um ihren Hut aufzunehmen.
Tom erhob ſich unter dem Einfluß deſſelben Ge⸗ dankens.
„Wart noch eine Minute, Maggie,“ ſagte er. „Ich muß noch vorher mit Mr. Stelling ſprechen; dann wollen wir gehen.“
Er glaubte nach dem Studirzimmer der Zöglinge gehen zu müſſen, begegnete aber Mr. Stelling ſchon unterwegs. Dieſer hatte von ſeiner Frau gehört, Maggie ſei augenſcheinlich im Jammer geweſen, als ſie nach ihrem Bruder fragte, und kam jetzt, nach⸗. dem ſeiner Meinung nach die Geſchwiſter lange genug allein bei einander geweſen, um nach ihnen zu ſehen und ihnen ſeine Theilnahme zu bezeugen.
„Entſchuldigen Sie, Sir, ich muß nach Haus,“ ſagte Tom abgebrochen, als er Mr. Stelling in der Flur begegnete.„Ich muß ſogleich mit meiner Schweſter in die Heimath zurück. Mein Vater hat ſeinen Proceß verloren— ſein ganzes Vermögen iſt dahin— und er iſt ſehr krank.“
Mr. Stelling fühlte wie ein wohlwollender Mann. Er ſah zwar einem wahrſcheinlichen Geld⸗
⸗
*
„
¹


