lipp war ſchon im Herbſtquartal ausgetreten, um ſich für den Winter wegen ſeiner Geſundheit nach dem Süden zu begeben; und dieſer Wechſel trug dazu bei, Tom mit dem unſteten jubelnden Gefühl zu erfüllen, welches gewöhnlich die letzten Monate vor dem Abgang von der Schule begleitet. Auch war Hoffnung vorhanden, daß in dieſem Vierteljahr der Proceß ſeines Vaters zu Ende gehen und da⸗ durch der Aufenthalt in der Heimath um ſo angeneh⸗ mer werde. Denn Tom, welcher ſeine Anſichten von dem Fall aus ſeines Vaters Reden geſchöpft hatte, zweifelte nicht an Pivarts Unterliegen.
Tom hatte ſchon einige Wochen keine Nachrichten von Haus erhalten— ein Umſtand, der ihn nicht befremdete, ſofern ſein Vater und ſeine Mutter nie ſehr ſchnell bei der Hand geweſen waren, ihre Liebe durch unnöthige Briefe zu bethätigen. Da wurde er zu Ende Novembers an dem Morgen eines äußerſt kalten Tages, als er um neun Uhr in die Studir⸗ ſtube trat, durch die Kunde überraſcht, daß ſich ſeine Schweſter in dem Beſuchzimmer befinde. Mrs. Stel⸗ ling war ſelbſt herunter gekommen, um ihm dieſe Mittheilung zu machen, und ließ ihn allein zu Mag⸗ gie hinaufgehen.
Dieſe war jetzt hübſch herangewachſen und trug geflochtenes und aufgeſtecktes Haar; an Größe ſtand ſie Tom nicht viel nach, obſchon ſie erſt dreizehn zählte, und ſah auch in jenem Augenblick wirklich viel älter aus. Sie hatte ihren Hut abgelegt und die ſchweren Flechten aus ihrer Stirne zurückgeſchoben, als könne dieſe eine ſolche Extralaſt nicht brauchen; auch zeigte, als ſie den Blick ängſtlich auf der Thüre


