betet; und am anderen Ende des Zimmers hatte Philipp zwei Bände vor ſich liegen und ſtudirte da⸗ rin mit der Miene zufriedener Emſigkeit, ſo daß Maggie's Neugierde geweckt wurde, weil er gar nicht ausſah, als ob er eine Lection lerne. Sie ſaß, faſt in einem rechten Winkel von den beiden Knaben, auf einem Schemel und betrachtete bald den einen, bald den anderen; und als Philipp einmal von dem Buch auf und nach dem Herde hinſah, bemerkte er, wie ein Paar dunkle Augen fragend auf ihm haf⸗ teten. Tullivers Schweſter kam ihm als ein recht artiges kleines Weſen vor, das keine Aehnlichkeit mit ihrem Bruder hatte, und der Wunſch regte ſich in ſeinem Innern, ein ſolches Schweſterchen zu beſitzen. Wie kam es wohl, daß Maggie's ſchwarze Augen ihn an die Mährchen von Prinzeſſinnen erinnerten, die in Thiere verwandelt worden waren?.... Ich denke, der Grund lag in dem Umſtand, daß aus dieſen Augen unbefriedigte Wißbegierde und un⸗ befriedigte, flehende Liebe ſprach.
„So, Maggie,“ rief Tom endlich, indem er ſein Buch ſchloß und es mit der Energie und Entſchieden⸗ heit einer Perſon auf die Seite ſchob, die in der Kunſt des Aufhörens Meiſter iſt,„jetzt bin ich mit meiner Lection fertig. Komm mit mir die Treppe hinauf.“
„Was haſt Du?“ ſagte Maggie, als ſie vor der Thüre draußen waren, denn bei der Erinnerung an Toms früheren Beſuch des oberen Zimmers ſtieg ihr ein leichter Argwohn auf.„Du willſt mir doch nicht einen Poſſen ſpielen?“
„Nein, nein, Maggie,“ verſetzte Tom in ſeinem


