Teil eines Werkes 
1. Bd. (1861)
Entstehung
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Die garſtige Störung, der Mißklang von Toms Stimme mit den Tönen, die aus Philipps innerſter Seele hervorzitterten, hätte vollkommen ausgereicht, die Stimmung des jungen Muſikers zu vergällen, wenn ſich's auch nicht um den Exercirmeiſter Poulter gehandelt hätte. Tom hatte nämlich in ſeiner Haſt, einen Vorwand aufzutreiben, um wegen ſeines Zu⸗ rückſpringens vor Poulter nicht als ein Menſch zu erſcheinen, der ſich vor einem gezogenen Säbel fürchtete, zunächſt nur an das Herbeiholen von Phi⸗ lipp gedacht, obſchon er recht wohl wußte, daß die⸗ ſem die Exercirſtunden auf den Tod zuwider waren. Nur der ſcharfe Sporn des perſönlichen Stolzes hatte Tom zu einem ſo unüberlegten Schritt bewegen können.

Philipp ſchauderte ſichtlich zuſammen, als er in ſeinem Muſiciren inne hielt. Dann überflog ſein Geſicht von einer hohen Glut, und er ſprach im Tone leidenſchaftlicher Heftigkeit:

„Hinweg mit Dir, Du trauriger Dummkopf! Was brauchſt Du herzukommen und mich ſo anzu⸗ ſchreien, Du, deſſen Stimme höchſtens zu einem Karrengaul paßt!“

Es war nicht das erſtemal, daß Tom ſeinen Kameraden in Zorn verſetzt hatte; wohl aber hatte ihn derſelbe nie vorher mit ſo klar verſtändlichen Worten abgefertigt.

„Meine Stimme iſt gut genug für etwas Beſſe⸗ res ſogar, als Du biſt, Du haſenherziger Kobold!“ entgegnete Tom, Philipps Salve im Nu erwidernd. „Du weißt wohl, daß ich Dir nichts thue, weil Du eben eine ſo geringe Perſon biſt, wie ein Mädchen.

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