Teil eines Werkes 
1. Bd. (1861)
Entstehung
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ſchöpf geweſen, das, obſchon ihr zuviel Verſtand nie Kopfweh machte, um ihrer Schönheit und Freund⸗ lichkeit willen als die Blume der Familie galt. Aber Milch und Sanftmuth ſind nicht eben die haltbar⸗ ſten Dinge, und wenn nur ein bischen Säure in ſie kömmt, ſo können ſie einem jungen Magen merklich zu ſchaffen machen. Ich habe mich oft darüber ge⸗ wundert, ob die früheren Madonnen Raphaels mit ihrem blonden Teint und der etwas einfältigen Miene wohl auch ſo ſüß und ruhig ausgeſehen haben mögen, nachdem ihre ſtarkgliederigen und willenskräftigen Knaben ein bischen zu alt gewor⸗ den waren, um ohne Bekleidung auszukommen. Sie müſſen wohl zu Vorſtellungen gegriffen haben und mehr und mehr keifig geworden ſein, je mehr ſie die Wirkungsloſigkeit derſelben einſahen.

Drittes Kapitel.

Mr. Riley gibt ſeinen Rath wegen einer Schule für Tom.

Der Herr mit der hohen weißen Halsbinde und der Bruſtkrauſe, der ſich mit ſeinem guten Freund Tulliver ſo behaglich den Grog belieben läßt, iſt Mr. Riley, ein Mann mit einem Wachsgeſicht und fetten Händen, der zwar für einen Auctionär und Taxator eine etwas zu hohe Bildung beſitzt, aber doch großherzig genug iſt, ſich gegen einfache Land⸗ bekanntſchaften von gaſtfreiem Character leutſelig zu erweiſen. Mr. Riley pflegte ſolche Perſonen wohl⸗ wollend nur alsLeute von der alten Schule zu bezeichnen.