Teil eines Werkes 
1. Bd. (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

kehrte.

16

ich ihr nur auf zwei Stunden das Vorſteckſchürz⸗ chen ſauber halten ſoll. Und das bringt mich eben darauf, fügte Mrs. Tulliver bei, indem ſie auf⸗ ſtand und an's Fenſter gieng,ich kann mir nicht denken, wo ſie ſich umtreiben mag, und es iſt doch faſt Theezeit. Ha, ich dachte mir's; da geht das wilde Ding am Waſſer auf und ab. Sicherlich wird ſie noch einmal hineinfallen.

Mrs. Tulliver klopfte ſcharf an's Fenſter, winkte und ſchüttelte den Kopf ein Verfahren, das ſie mehrmal wiederholte, eh' ſie zu ihrem Stuhl zurück⸗

Du ſprichſt vom Geſcheidſein, Tulliver, be⸗ merkte ſie, als ſie ſich niederſetzte;aber wahr⸗ lich, das Kind iſt in manchen Dingen dumm genug. Schick ich ſie die Treppe hinauf, um etwas zu ho⸗ len, ſo vergißt ſie, was man ihr aufgetragen hat, ſitzt vielleicht im Sonnenſchein auf die Dielen nie⸗ der, flicht ſich das Haar und ſingt wie eine Närrin, während ich unten auf ſie warte. So was iſt, Gott ſei Dank, in meiner Familie nie vorgekommen. Und mit ihrer braunen Haut ſieht ſie leibhaftig wie eine Mulattin aus. Ich will zwar der Vorſehung keinen Vorwurf machen; aber es iſt doch hart, daß ich nur ein einziges Mädel habe und dieſes ſo kurios ſein muß.

Pah, Unſinn, verſetzte Mr. Tulliver.Sie iſt eine gutgewachſene ſchwarzäugige Dirn', wie man nur eine zu ſehen wünſchen kann. Ich wüßte nicht, in was ſie anderer Leute Kindern nachſtünde; und leſen kann ſie faſt ſo gut wie der Pfarrer ſelber. Aber ihr Haar will ſich nicht locken, was ich