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licht fällt auf das freundliche Haus mit den bräun⸗ lichen Mauern und dem mattgrauen Strohdach, ſo ziemlich ebenſo wie an dem Juniabend vor neun Jahren, als wir Adam die Schlüſſel hineintragen ſahen.
Eine uns wohlbekannte Geſtalt kommt eben aus dem Hauſe und hält die Hände über ihre Augen, indem ſie in die Ferne blickt, denn die Sonnen⸗ ſtrahlen die auf ihre weiße randloſe Haube und das hellbraune Haar fallen, ſind noch ſehr blendend. Aber jezt wendet ſie ſich vom Sonnenlicht ab und ſchaut nach der Thüre. Wir können das holde blaſſe Geſicht jezt ſehr gut ſehen, es hat ſich beinahe gar nicht verändert und iſt nur ein wenig voller gewor⸗ den, wie es der frauenhafteren Geſtalt entſpricht die in dem ſchlichten ſchwarzen Kleid noch immer einfach genug ausſieht.
„Ich ſehe ihn, Seth,“ ſagte Dina in's Haus hin⸗ ein;„wir wollen ihm entgegengehen. Komm, Lis⸗ beth, komm mit der Mutter.“
Der lezten Aufforderung entſprach ſogleich ein hübſches Geſchöpfchen mit hellblondem Haar und
grauen Augen, nicht viel über vier Jahre alt; ſie
kam ſchweigend herausgeſprungen und ergriff ihrer Mutter Hand.
„Komm, Onkel Seth,“ ſagte Dina.
„Ja, ja, wir kommen ſchon,“ antwortete Seth von innen und erſchien ſogleich, indem er an der Thüre ſich bückte, da er um den ſchwarzen Kopf eines ſtämmigen zweijährigen Neffen, deſſen Beför⸗ derung auf die Schultern des Onkels einigen Auf⸗ ſchub veranlaßt hatte, größer war als ſonſt.


