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war. Zunächſt bei Beſſy an der Kirchthüre ſtanden die Poyſerſchen Kinder und ſchauten an den Kirch⸗ ſtühlen herum um die geheimnißvolle Ceremonie an⸗ zuſehen; auf Totty's Geſicht lag eine ungewöhnliche Aengſtlichkeit, denn ſie dachte, Bäschen Dina werde
recht alt ausſehen, da nach ihrer Erfahrung verhei⸗,
rathete Leute niemals jung waren.
Ich beneide ſie alle um den Anblick welchen ſie genoßen, als die Trauung glücklich vorüber war und Adam mit Dina am Arm aus der Kirche trat. Sie trug ſich dieſen Morgen nicht ſchwarz, denn Tante Poyſer hatte eine ſolche Mahnung an mög⸗ liches Unglück durchaus nicht geſtatten wollen und ihr das Hochzeitskleid verehrt, das ganz grau war, aber den gewöhnlichen Quäkerſchnitt hatte; in dieſem Punkt konnte Dina nicht nachgeben. So ſah das Liliengeſicht mit holdem Ernſt unter einer grauen Quäkerhaube hervor, ohne zu lächeln oder zu er⸗ röthen, aber die Lippen zitterten ein wenig unter dem Gewicht feierlicher Gefühle. Adam, der ihren Arm feſt an ſich drückte, ſchritt mit ſeiner alten Ge⸗ radheit einher und hatte ſeinen Kopf ſogar noch etwas mehr zurückgeworfen, als wollte er der Welt noch ſtolzer entgegen treten, aber nicht weil er nach Bräutigamsmanier an dieſem Morgen beſonders ſtolz war, denn ſein Glück gehörte zu denjenigen Arten bei denen man der Meinung der Leute wenig nach⸗ fragt. Dieſe innige Freude hatte eine wehmüthige Beimiſchung: Dina wußte es und fühlte ſich dadurch nicht gekränkt.
Drei andere Paare folgten den Brautleuten: zuerſt Martin Poyſer, der an dieſem kalten Morgen
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