Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Seele iſt dermaßen mit der Deinigen verwebt daß ich ohne Dich nur ein halbes Leben führe. Und in dieſem Augenblick, jezt da Du bei mir biſt und ich fühle daß unſere Seelen von derſelben Liebe überfließen, habe ich eine Fülle von Kraft zu tragen und den Willen unſeres himmliſchen Vaters zu thun, die ich vorher verloren hatte.

Adam blieb ſtehen und ſchaute in ihre aufrich⸗ tigen liebreichen Augen.

Dann wollen wir uns nie mehr trennen, Dina, bis der Tod uns ſcheidet.

Und ſie küßten ſich mit inniger Freude.

Was kann es für zwei Menſchenſeelen Größeres geben als das Bewußtſein daß ſie für das ganze Leben verbunden ſind, einander zu ſtärken bei jeder Arbeit, zu ſtüzen bei jedem Kummer, ſich gegenſeitig beizuſtehen in jedem Schmerz und im Augenblick des lezten Scheidens aufs innigſte verbunden zu blei⸗ ben in ſtillen, unausſprechlichen Erinnerungen?

Fünfundfünßigſtes Capitel. Hochzeitsglocken.

Etwa einen Monat nach dieſem Zuſammentreffen auf dem Hügel, an einem kalten und nebligen Mor⸗ gen zu Ende Novembers, führte Adam ſeine Braut zur Kirche.

Es war ein Ereigniß das im Dorf viel zu den⸗ ken gab. Sämmtliche Leute des Herrn Burge und des Herrn Poyſer hatten einen Feiertag, und die