Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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lingszeit, und der einzige große Reiz welchen ſie mit allen weit offenen waldloſen Gegenden gemein hatte, nämlich daß man ſich des hohen Himmelsgewölbes ſtärker bewußt wurde, hatte an dieſem beinahe wol⸗ kenloſen Tage einen milderen beſchwichtigenderen Ein⸗ fluß als gewöhnlich. Adams Zweifel und Befürch⸗ tungen ſchmolzen unter dieſem Einfluß, wie die zar⸗ ten Wolkengewebe in das helle Blau über ihm all⸗ mählig verſchmolzen waren. Ihm war als ſähe er Dina's mildes Geſicht, wie es ihm ſchon mit ſeinen bloßen Blicken über Alles was er zu wiſſen ver⸗ langte Gewißheit ertheilte.

Er dachte ſich daß er Dina um dieſe Zeit nicht zu Haus treffen würde, aber er ſtieg dennoch ab und band ſein Pferd an das Thürchen, um zu fra⸗ gen wohin ſie heute gegangen ſei. Er war ent⸗ ſchloſſen ihr nachzuziehen und ſie heimzubringen. Sie war, erzählte ihm die alte Frau, nach Slomansend, einem Weiler ungefähr eine Stunde von da, gegan⸗ gen; und zwar war ſie gleich nach dem Morgen⸗ gottesdienſt aufgebrochen, um nach ihrer Gewohnheit in einem Hauſe daſelbſt zu predigen. Den Weg nach dem Weiler könne ihm jedes Kind ſagen. Adam ſezte ſich wieder auf ſein Pferd und ritt in die Stadt vor ſein altes Wirthshaus, nahm ſchnell eine Mahl⸗ zeit ein in Geſellſchaft des allzu geſchwäzigen Gaſt⸗ gebers, deſſen freundlichen Fragen und Erinnerungen er ſich ſobald als möglich entzog, und eilte nach Slomansend. Bei all ſeiner Haſtigkeit war es bei⸗ nahe vier Uhr bevor er aufbrechen konnte, und er dachte, Dina würde, da ſie ſchon ſo früh hingegan⸗ gen, vielleicht bereits im Begriffe ſtehen heimzukeh⸗ ren. Der graue verödete Weiler, dem kein Baum