Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Ein ähnliches Gefühl erweiterten Seins machte ſich auch in Adam geltend, als er an dieſem Sonntag Morgen in lebhafter Erinnerung an die Vergangen⸗ heit ſeines Wegs ritt. Seine Neigung zu Dina, die Hoffnung ſein Leben mit ihr zu verbringen war der ferne, ungeſehene Zielpunkt geweſen zu welchem jene qualvolle Reiſe nach Snowfield vor achtzehn Mona⸗ ten ihn geleitet hatte. So zärtlich und tief ſeine Liebe zu Hetty geweſen, ſo gewiß ihre Wurzeln ſich nie ganz ausreißen ließen, ſo war doch ſeine Liebe zu Dina beſſer und koſtbarer für ihn, denn ſie war das Erzeugniß des volleren Lebens zu welchem er durch ſeine Bekanntſchaft mit tiefem Kummer gelangt war.Mir iſt als fühlte ich eine neue Kraft in mir, ſagte er zu ſich ſelbſt,ſeit ich meiner Liebe und ihrer Gegenliebe gewiß bin. Ich hoffe, ſie wird mir alle Dinge richtig auffaſſen helfen. Denn ſie iſt beſſer als ich ſie hat weniger Selbſtſucht und weniger Stolz. Und man fühlt ſich gewiſſermaßen freier, man glaubt furchtloſer einherſchreiten zu kön⸗ nen, wenn man auf einen Andern mehr vertraut als auf ſich ſelbſt. Ich habe immer geglaubt, ich wiſſe Alles beſſer als meine Angehörigen, und das iſt doch ein armſeliges Leben wenn man von ſeiner nächſten Umgebung niemals einen beſſeren Gedanken erwarten darf als man bereits ſelbſt im Schädel hat.

Es war zwei Uhr Nachmittags vorüber, als

Adam die graue Stadt am Abhang anſichtig wurde und forſchend in das grüne Thal hinab nach dem

alten Strohdach in der Nähe der garſtigen, rothen

Fabrik ſchaute. In der milden Octoberſonne erſchien die Landſchaft weniger rauh als in der herben Früh⸗