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tet oder zermalmt hat ſich zu freuen, weil es für uns ſelbſt eine Quelle unerwarteten Glückes gewor⸗
den iſt. Adam konnte nie aufhören jenes Geheim⸗
niß menſchlichen Leides zu beklagen das ihm ſo nahe gekommen war: er konnte für das Unglück eines Mitmenſchen Gott nicht danken. Und wenn ich ſelbſt einer ſo engherzigen Freude zu Adams Gunſten fähig wäre, ſo wüßte ich dennoch daß er nicht der Mann war ſie zu empfinden: er würde über ein ſolches Gefühl ſeinen Kopf geſchüttelt und geſagt haben: „Uebel iſt Uebel und Kummer iſt Kummer, und ihr könnt ſeine Natur nicht ändern wenn ihr es in an⸗ dere Worte kleidet. Meine Mitmenſchen ſind nicht um meinetwillen geſchaffen, ſo daß ich Alles ganz gut und ſchön finden ſollte, wenn es nach meinen Wünſchen ausſchlägt.“
Wohl erlaubt aber iſt das Gefühl daß das vollere Leben das uns durch eine traurige Erfahrung zu Theil geworden unſeres perſönlichen Antheils von Leiden werth iſt; ſicherlich kann man unmöglich an⸗ ders denken, ſo wenig wie ein mit dem Staare be⸗ hafteter Mann die ſchmerzhafte Entwicklung bedauern kann wodurch ſeine trübe verworrene Anſchauung, welche ihm die Menſchen wie wandelnde Bäume er⸗
ſccheinen ließ, in klare Umriſſe und funkelnde Tages⸗
helle ſich verwandelt hat. Das Wachsthum höheren Gefühls in uns gleicht einer Zunahme der Fähigkeit und bringt ein Bewußtſein erhöhter Kraft mit ſich. Wir können eben ſo wenig zu einer beſchränkteren
Sympathie zurückzukehren wünſchen, als ein Maler
oder Muſiker zu einer gröberen Manier oder ein Philoſoph zu ſeiner unvollſtändigeren Formel.


