317
ließ ſich gar nicht mehr aufhalten, ſondern verlangte durchaus geſtern früh fortzureiſen. Meine Frau hat es noch kaum überwunden. Ich dachte, ſie würde gar keinen Sinn für das Erntemahl haben.“
Frau Poyſer hatte ſchon mehrmal ſeit Adams Ankunft an Dina gedacht, aber ſie konnte es nicht übers Herz bringen ihm die ſchlimme Botſchaft zu verkünden.
„Ei wie?“ ſagte Barthel mit einem gewiſſen Aerger;„war ein Weibsbild dabei betheiligt? dann geb' ich Dich auf, Adam.“
„Ei, es iſt ein Weibsbild von welchem Sie ein⸗ mal gut geſprochen haben, Barthel,“ ſagte Herr Poyſer;„jezt können Sie nicht mehr zurück; Sie haben einmal geſagt, die Weiber wären keine ſchlechte Erfindung, wenn alle ſo wären wie Dina.“
„Ich meinte bloß ihre Stimme, lieber Mann, bloß ihre Stimme, ſonſt Nichts; ich kann ſie reden hören ohne daß ich mir Wolle in die Ohren zu ſtopfen brauche; ſonſt iſt ſie gewiß wie alle andern Weiber und glaubt, zweimal zwei mache fünf, wenn ſie nur recht ſchreie und lärme.“
„Ja, ja,“ ſagte Frau Poyſer,„wenn man ge⸗ wiſſe Leute reden hört, ſo ſollte man meinen, die Männer ſeien ſo ſchlau, daß ſie die Körner in einem Weizenſack zählen können wenn ſie nur daran riechen. Sie können durch eine Scheunethüre hindurchſehen, ja wohl. Vielleicht iſt dieß der Grund warum ſie draußen vor der Scheune ſo wenig ſehen.“
Martin Poyſer ſchüttelte ſich vor herzlichem Ge⸗ lächter und winkte Adam zu, als wollte er ſagen der Schulmeiſter könne zufrieden ſein.
‿—


