311
würde es nicht recht klar geworden ſein, warum der Aufruf: Trinkt, Jungen, trinkt, ſich ſo ſchnell und ſo oft wiederholte; aber wäre er eingetreten, ſo würde er gefunden haben daß auf allen Geſichtern ſich noch Nüchternheit und auf den meiſten ſogar Ernſt verrieth: dieß war nun einmal ein reſpectabler und regelmäßiger Brauch bei dieſen vortrefflichen Landleuten, ſo gut wie es bei eleganten Damen und Herren der Brauch iſt ſich lächelnd über ihre Weingläſer hinzubeugen. Barthel Maſſey, der etwas empfindliche Ohren hatte, war ſchon in einem frühen Stadium des Feſtes hinausgegangen, um zu ſehen was für ein Abend es ſei, und er hatte ſeine Be⸗ trachtungen erſt vollendet, als ein fünf Minuten langes Stillſchweigen ihm zu beweiſen ſchien daß das Trinkt, Jungen, trinkt! vor den nächſten zwölf Monaten nicht wieder beginnen dürfte. Die beiden Jungen und Totty bedauerten dieß ſehr; ihnen kam die Stille etwas langweilig vor nach dieſem glor⸗ reichen Gehämmer auf den Tiſch, wozu Totty, die ihrem Vater auf dem Schooße ſaß, mit der ganzen Kraft ihrer Fäuſtchen mitgeholfen hatte.
Als jedoch Barthel wieder eintrat, ſchien ſich ein allgemeines Verlangen nach einem Sologeſang ein⸗ zuſtellen. Nancy erklärte, der Fuhrknecht Tim wiſſe ein Lied und ſinge im Stall immer wie eine Lerche, worauf Herr Poyſer aufmunternd ſagte:„Nun, Tim, mein Junge, gib es uns preis.“ Tim machte ein Schafs⸗ geſicht, ließ den Kopf hängen und ſagte, er könne nicht ſingen; aber die Aufforderung des Herrn wurde am ganzen Tiſch wiederholt, Jedermann ſagte:„Nun, Limgſng doch!“ nur Alick nicht, der niemals leicht⸗


