Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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beinahe aller unverheiratheten Damen in ihrer Nach⸗ barſchaft erzwingen. Aber ſogar für dieſe Regel kommt im Lauf der Jahrhunderte eine Ausnahme vor, und mein Freund Adam war eine ſolche. Ich meinestheils reſpectire ihn darum nicht weniger: ich glaube ſogar daß die innige Liebe die er dieſer holden, in jugendlicher Fülle prangenden, dunkel⸗ äugigen Hetty widmete, über deren inneres Selbſt er ſich in gänzlicher Unwiſſenheit befand, gerade von der Stärke ſeiner Natur und nicht von einer damit unvereinbaren Schwäche herkam. Iſt es denn, ich bitte euch, eine Schwäche, wenn man ſich von einer herrlichen Muſik ergreifen läßt und ihre wunderbaren Harmonien empfindet, wie ſie die feinſten Gänge eurer Seele, die zarteſten Lebensphaſen, wohin keine Erinnerung dringen kann, aufſucht und Euer ganzes Weſen, vergangenes und gegenwärtiges, in einem einzigen unausſprechlichen Leben zuſammenfaßt, ſo daß ihr in einem einzigen Augenblick mit all der Zärtlichkeit und Liebe die über mühevolle Jahre zerſtreut war dahinſchmelzet, all die hartgelernten Lehren hingebungsvoller Sympathie in einem ein⸗ zigen Gefühl von Heldenmuth oder Aufopferung vereinigt, eure gegenwärtige Freude mit vergangenem Kummer und euren gegenwärtigen Kummer mit all eurer vergangenen Freude vermenget? Wo nicht, ſo iſt es auch keine Schwäche wenn man die herrlichen Linien von Armen, Hals und Wangen eines Mäd⸗ chens, die feuchten Tiefen ihrer flehenden Augen, oder das holde kindliche Spiel ihrer Lippen ergrei⸗ fend auf ſich wirken läßt. Denn die Schönheit einer lieblichen Frau iſt wie Muſik: was kann man mehr