Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

trieben hatte. Herr Irwine hatte in jedem Haus eine andere Darſtellung gehört, nur im Schloß ſelbſt hatte man davon geſchwiegen. Aber nachdem er mit bewundernswürdiger Geſchicklichkeit ſtets jeden Streit mit Herrn Donnithorne vermieden hatte, konnte er ſich das Vergnügen über die Niederlage des alten Herrn zu lachen nur bei ſeiner Mutter erlauben, welche erklärte daß ſie, wenn ſie reich wäre, Frau Poyſer einen Jahresgehalt ausſezen würde; auch hätte ſie dieſelbe gar zu gern ins Pfarrhaus einge laden um aus ihrem eigenen Mund eine Darſtellung der Geſchichte zu vernehmen.

„Nein, nein, Mutter,“ erklärte Herr Irwine „es war von Frau Poyſers Seite ein Stück uner laubter Selbſtjuſtiz, und eine Magiſtratsperſon wie ich darf ſolche nicht begünſtigen. Es darf nicht hei ßen ich hätte von dem Streite Notiz bekommen, ſonſ würde ich das Bischen guten Einfluß das ich auf den Alten habe verlieren.“

„Wahrhaftig, dieſe Frau gefällt mir noch beſſt als ihre Rahmkäſe,“ ſagte Frau Irwine.„Sie ha mit ihrem blaſſen Geſichtchen Muth für drei Män ner und weiß ſich ſo ſcharf auszuſprechen.“ 3

„Scharf! Ja ihre Zunge iſt wie ein friſchge ſchliffenes Raſirmeſſer. Dabei hat ſie ſo originell

Ausdrücke und einen Mutterwiz der eine ganz Provinz mit Sprüchwörtern verſehen könnte. J habe Dir ja ihre prächtige Aeußerung über Crai erzählt— er gleiche einem Hahn der ſich einbill daß die Sonne aufgegangen ſei um ihn krähen hören. Das iſt wahrhaftig eine ganze äſopiſche Fabe

in einem einzigen Saz.“