Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

iſt. Vom frühen Morgen bis in die Nacht denkt ſie bloß was für Lumpen ſie umhängen will, und ich habe ſie ſchon gefragt ob ſie nicht lieber eine Vogel⸗ ſcheuche auf dem Feld werden möchte, denn dann wäre ſie ganz von Lumpen, inwendig und auswen⸗ dig. Ich gebe nie meine Einwilligung dazu daß ſie eine Kammerjungfer wird, ſo lange ſie gute Freunde hat die für ſie ſorgen können bis ſie ſich verheirathet, aber an keinen ſolchen Bedienten, der weder ein ge⸗ meiner Mann noch ein vornehmer Herr iſt, der nur von dem Fette des Landes zehrt und ſeine Hände in den Schooß legt, während ſein Weib für ihn arbei⸗ ten ſoll.

Ja, ja, ſagte Herr Poyſer,wir müſſen einen beſſern Mann für ſie ſuchen, und ein ſolcher iſt auch bei der Hand. Laß jezt Dein Weinen, Mädchen, und geh ins Bett. Ich weiß etwas Beſſeres für Dich als daß Du Kammerjungfer werden ſollſt. Da⸗ von laß uns nicht mehr reden.

Als Hetty hinaufgegangen war, ſagte er:

Es iſt mir unbegreiflich warum ſie fort will,

denn ich glaubte, ſie hätte ein Auge auf Adam Bede;

ſie ſah in der lezten Zeit ganz darnach aus.

Ach man kann gar nicht wiſſen was ſie im Kopf hat, denn an ihr gleitet Alles ab wie an einer

trockenen Erbſe. Ich glaube, das Mädchen die Molly man hat freilich auch ſeine Plage mit ihr aber

ich glaube, wenn ſie uns und die Kinder verlaſſen müßte, ſo würde es ihr weit mehr zu Herzen gehen

als Hetty, obſchon ſie bis Michaelis erſt ein Jahr bei uns iſt. Aber die Kammerjungferngeſchichte hat ſie von ihrem Umgang mit dem Bedientenpack her;

S=ro ͤͤͤ

2