Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Du mir ſchreiben willſt, aber ich ſeze ſie zur Sicher⸗ heit noch einmal hieher. Schreibe mir nicht außer wenn ich wirklich etwas für Dich thun kann, denn, liebe Hetty, wir müſſen uns bemühen ſo wenig als möglich an einander zu denken. Verzeih mir und ſuche Alles von mir zu vergeſſen, außer daß ich mein Lebenlang bleiben werde Dein liebevoller Freund Arthur Donnithorne. Langſam hatte Hetty dieſen Brief geleſen, und als ſie jezt aufſchaute, da ſah ihr aus dem alten trüben Spiegel ein bleiches Geſicht entgegen, ein marmorweißes Geſicht mit runden Kinderformen, aber mit etwas Traurigerem als Kinderſchmerz darin. Hetty ſah das Geſicht nicht ſie ſah überhaupt nichts, ſondern fühlte bloß daß ſie kalt und krank war und zitterte. Der Brief wackelte und rauſchte in ihrer Hand. Sie legte ihn weg. Es war ein ſchauerliches Gefühl um dieſe Kälte und dieſes Zit⸗ tern. Es ließ ſie die Gedanken vergeſſen die ſie hervorgerufen hatten, und Hetty ſtand auf, nahm einen warmen Mantel aus dem Schrank, hüllte ſich darein und ſezte ſich, als wenn ſie an nichts Ande⸗ res mehr dächte als warm zu werden. Darauf nahm ſie den Brief mit feſterer Hand und begann ihn abermals zu leſen. Dießmal kamen die Thränen, große rollende Thränen, die ſie blind machten und das Papier benezten; ſie fühlte nichts Anderes als daß es eine Grauſamkeit von Arthur ſei ſo zu ſchrei⸗ ben und ſie nicht zu heirathen. Gründe warum er ſie nicht heirathen könne, gab es für ſie nicht; nie

konnte ſie an ein Unglück denken das aus der Er⸗

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