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verhindern kann. Und ich ſehe ein daß es ein gro⸗ ßes Unglück für Dich wäre, wenn Du ſo feſt an mir hingeſt, daß Du an keinen andern Mann mehr dächteſt, der Dich durch ſeine Liebe glücklicher machen könnte als ich je thun kann, und wenn Du fortführeſt von der Zukunft etwas rein Unmögliches zu hoffen. Denn, liebe Hetty, wenn ich das thäte was Du ein⸗ mal geſagt haſt, wenn ich Dich heirathete, ſo würde ich dadurch nicht für Deine Wohlfahrt ſorgen, ſondern Dich vielmehr ins Unglück ſtürzen. Ich weiß daß Du nie glücklich werden kannſt außer wenn Du einen Mann von Deinem eigenen Stande heiratheſt, und wenn ich Dich jezt heirathete, ſo würde ich nur zu bereits geſchehenem Unrecht noch neues fügen und überdieß in den andern Beziehungen des Lebens gegen meine Pflicht freveln. Du kennſt die Welt nicht worin ich immer leben muß, liebe Hetty, und Du würdeſt bald anfangen mir Deine Liebe zu ent⸗ ziehen, weil Du darin ſo wenig finden würdeſt worin wir gleich wären.
„Und da ich Dich nicht heirathen kann, ſo müſſen wir ſcheiden— wir müſſen uns bemühen nicht mehr wie Liebende an einander zu denken. Es macht mich unglücklich dieß zu ſagen, aber ich kann nicht anders. Sei böſe auf mich, mein holdes Kind, ich verdiene es; aber glaube nicht daß ich nicht ſtets für Dich ſorgen, daß ich nicht ſtets dankbar gegen Dich ſein und meiner Hetty mich erinnern werde; und ſollte eine Trübſal kommen die wir jezt nicht vorherſehen, ſo verlaß Dich auf mich daß ich Alles thun werde was in meiner Macht liegt.
„Ich habe Dir meine Adreſſe angegeben im Fall


