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nehmen wenn ich etwas ſtiller und barſcher bin als ſonſt; troz meines Kummers bin ich Dir nicht weni⸗ ger zugethan: wir halten an einander feſt bis an unſer Ende.“ 4
„Ich nehme Dir Nichts übel, Adam: ich weiß recht wohl was es heißen will wenn Du dann und wann ein Bischen kurz angebunden gegen mich biſt.“
„Da macht die Mutter die Thüre auf um nach uns zu ſehen,“ ſagte Adam, als ſie den Abhang hinabgingen.„Sie hat wie gewöhnlich wieder im Finſtern dageſeſſen. Schön, Gyp, ſchön, freut es Dich daß ich komme?“
Lisbeth ging ſchnell wieder hinein und zündete ein Licht an, denn ſie hatte das willkommene Ge⸗ räuſche von Fußtritten auf dem Graſe gehört, ehe Gyp ſein fröhliches Gebelle aufgeſchlagen.
„Ach ihr Jungen, meiner Lebtage iſt mir die Zeit nicht ſo lange geworden wie am heutigen Sonn⸗ tag Abend. Was kann euch beide ſo lange aufge⸗ halten haben?“
„Du ſollteſt nicht ſo im Dunkeln daſizen, Mut⸗ ter,“ ſagte Adam;„dadurch wird Dir die Zeit viel länger.“
„Ei warum ſoll ich am Sonntag ein Licht an⸗ ſtecken, wenn nur ich allein da bin und es eine Sünde iſt ein Bischen zu ſtricken? Das Tageslicht iſt lang genug für mich um ins Buch hineinzuſehen, denn leſen kann ich ja doch nicht. Das wäre mir etwas Schönes wenn man ſich die Zeit damit ab⸗ kürzte daß man das gute Licht verſchwendete. Aber wer von euch will etwas zu Nacht eſſen? Ihr müßt


