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empfunden habe. Er wurde von bitterer Eiferſucht gequält, und ſo nachſichtig ihn ſeine Liebe gegen Hetty ſtimmte, ſo herb geſtalteten ſich ſeine Gefühle gegen Arthur.
„Natürlich war einem ſolchen Mädchen leicht der Kopf verdreht,“ dachte er,„wenn einmal ein vor⸗ nehmer Herr mit ſeinen feinen Manieren und ſchö⸗ nen Kleidern, ſeinen weißen Händen und den geleck⸗ ten Reden dieſer Leute ſich auf eine dreiſte Art an ſie machte, wie ein Anderer der bloß Ihresgleichen iſt nicht thun kann, und es fragt ſich noch ſehr ob ſie je wieder einen gemeinen Mann lieben wird.“ Er konnte nicht umhin ſeine eigenen Hände aus der Taſche zu ziehen und ſie anzuſehen mit den harten Schwielen und den zerbrochenen Nägeln.„Ich bin freilich ein derber Geſelle: wenn ichs recht bedenke, ſo weiß ich eigentlich nicht was ein Mädchen viel an mir lieben kann, und doch hätte ich ganz leicht ein anderes Weib bekommen, wenn ich mein Herz nicht gerade an ſie gehängt hätte. Aber es iſt mir ganz gleichgiltig was andere Mädchen von mir denken, wenn ſie mich nicht lieben kann. Sie würde mich vielleicht geliebt haben, ſo gut wie irgend einen An⸗ dern; es iſt Niemand in der ganzen Gegend den ich zu fürchten hätte, wenn er nicht dazwiſchen getreten wäre; aber jezt werde ich ihr vielleicht verhaßt, weil ich ſo ganz anders bin als er. Und doch kann man immer noch nichts ſagen— ſie kann ja umkehren, wenn ſie ſieht daß er die ganze Zeit über nur ſeinen Spaß mit ihr getrieben hat. Sie kann vielleicht den Werth eines Mannes ſchäzen lernen der ihr mit Freuden ſein ganzes Leben bieten wird. Aber ich
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