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wegwerfen mußte worein ſie ihre kleinen Zähne be⸗ reits eingebiſſen hatte.
„Komm her, Totty,“ ſagte Adam,„ich laſſe Dich⸗
auf meinen Schultern reiten— ſo hoch— bis oben an die Bäume hinauf.“
Welches kleine Kind hat ſich nicht durch den Hochgenuß tröſten laſſen kräftig in die Höhe gehoben und hinaufgeſchwungen zu werden! Ich glaube nicht daß Ganymedes ſchrie als der Adler ihn entführte und am Ende vielleicht auf Jupiters Schulter ab⸗ ſezte. Totty lächelte voll Behagen von ihrer ſichern Höhe herab, und es war ein freudiger Anblick für die Mutter, die unter der Hausthüre ſtand und Adam mit ſeiner kleinen Laſt herankommen ſah.
„Gott ſegne Dein Engelsgeſichtchen, mein Kind,“ ſagte ſie, und die innige Mutterliebe erfüllte ihre ſonſt ſo ſcharfen Augen mit Milde, als Totty ihr
die Aermchen entgegenſtreckte und ſich zu ihr hinab⸗
beugte. Für Hetty hatte ſie jezt kein Auge und ſagte, ohne ſie anzuſehen, bloß:„Geh hinab, Hetty, und hol Bier, die Mädchen ſind beide beim Käſe.“
Als das Bier abgezogen und die Pfeife des Onkels angezündet war, mußte Totty ins Bett ge⸗ ſchafft, ſpäter aber, weil ſie nicht ſchlafen wollte und beſtändig ſchrie, in ihrem Nachtkleidchen wieder her⸗ untergebracht werden. Sodann ging es ans Nacht⸗ eſſen, und Hetty mußte beſtändig bei der Hand ſein und helfen. Adam blieb ſo lange er merkte daß er Frau Poyſer angenehm war, und er zog ſie und ihren Mann beſtändig ins Geſpräch, damit Hetty mehr für ſich ſein konnte; er hielt ſich ſo lange auf, weil er ihr über dieſen Abend hinwegzuhelfen wuͤnſchte,


