Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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licher Güte ſagte:

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während er im Tone zärt⸗

Nehmen Sie mirs nicht übel, Hetty, daß ich dieſen Kummer über Sie bringe. Gott weiß, ich würde viel Schlimmes ertragen haben um es Ihnen zu erſparen. Und bedenken Sie wohl, es weiß außer mir Niemand von der Sache, und ich werde für Sie ſorgen wie wenn ich Ihr Bruder wäre. Sie ſind für mich noch immer dieſelbe wie früher, denn ich glaube nicht daß Sie wiſſentlich etwas Unrechtes gethan haben.

Hetty hatte ihre Hand an den Brief gelegt, aber Adam ließ ihn nicht los bis er ausgeredet hatte. Sie achtete nicht auf ſeine Worte ſie hatte nicht auf ihn gehört; aber als er den Brief losließ, ſteckte ſie ihn ein ohne ihn zu öffnen, und begann dann ſchneller zu gehen, als ob ſie ins Haus zurück wollte.

Sie haben Recht ihn nicht ſogleich zu leſen, ſagte Adam.Leſen Sie ihn erſt wenn Sie allein ſind. Aber bleiben Sie noch eine Weile außen und laſſen Sie uns die Kinder rufen: Sie ſehen ſo blaß und unwohl aus; Ihre Tante möchte es bemerken.

Hetty hörte die Warnung; ſie erinnerte ſich an die Norhwendigkeit ihre ganze Verſtellungskraft zu⸗ ſammen zu nehmen, die ihr unter den erſchütternden Worten Adams beinahe abhanden gekommen war. Und ſie hatte den Brief in ihrer Taſche: ſie war überzeugt daß dieſer Brief etwas Tröſtliches enthielt, was Adam auch ſagen mochte. Sie eilte fort um Totty zu ſuchen und erſchien bald mit erhöhter Ge⸗ ſichtsfarbe wieder, während Totty an ihrer Hand ein

ſaures Geſicht machte, weil ſie einen unreifen Apfel .16*

immer noch in der Hand,