Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
Einzelbild herunterladen

239.

Die Erinnerung an dieſe Scene war ſeit Donnerſtag Abend oft bei ihm wiedergekehrt: das Sonnenlicht das durch die Zweige des Apfelbaumes ſchien, die rothen Johannisbeeren, Hetty's holdes Erröthen. Jezt, an dieſem Abend wo die Wolken ſo tief her⸗ abhingen, kam die Erinnerung ungeſchickt, aber er ſuchte ſie los zu werden, um nicht im Drang ſeiner Empfindungen mehr zu ſagen als um Hetty's willen durchaus nothwendig war.

Nach dem was ich am Donnerſtag Abend ge⸗ ſehen habe, Hetty, begann er,werden Sie wohl nicht denken daß ich mir zu viel Freiheit heraus⸗ nehme, wenn ich jezt mit Ihnen ſpreche. Wenn irgend ein Mann der Sie heirathen wollte Ihnen den Hof machte, und wenn ich wüßte daß Sie in ihn verliebt wären und ihn gerne nehmen würden, ſo hätte ich kein Recht mit Ihnen ein Wort darüber zu ſprechen; da ich aber ſehe daß ein vornehmer Herr Ihnen ſchön thut, der Sie nie heirathen kann und gar nicht daran denkt Sie zu heirathen, ſo fühle ich mich ver⸗ pflichtet dazwiſchen zu treten. Ich kann mit Ihren Pflegeeltern nicht davon reden, denn dieß würde mehr Unruhe ſtiften als nöthig iſt.

Adams Worte befreiten Hetty theilweiſe von ihren Beſorgniſſen, gaben ihr aber zugleich Grund zu böſen Ahnungen. Sie war blaß, ſie zitterte und ſie würde ihm zornig widerſprochen haben, wenn ſie es gewagt hätte ihre Gefühle zu verrathen. So aber ſchwieg ſie.

Sie ſind zu jung, Hetty, fuhr er beinahe zärt⸗ lich fort,und Sie wiſſen nicht wie es in der Welt zugeht. Mir kommt es zu mein Möglichſtes zu