238
Befriedigung, als einen Vorzug den ſie vor allen Mädchen ihrer Bekanntſchaft voraus habe. Aber die Ungewißheit der Zukunft, die Möglichkeiten denen ſie keine Geſtalt zu geben wußte, begannen gleich der unſichtbaren Schwere der Luft auf ihr zu laſten; ſie war allein auf ihrer kleinen Trauminſel, und rings um ſie her befand ſich das dunkle unbekannte Waſſer über welches Arthur gegangen war. Jezt gewährte es ihr kein Hochgefühl mehr wenn ſie vor ſich ſchaute, ſondern nur wenn ſie zurückblickte, um auf die ent⸗ ſchwundenen Worte der Liebkoſungen ihre Zuverſicht zu ſezen. Aber ſeit Donnerſtag Abend hatten ſich ihre dunklen Beſorgniſſe gelegentlich beinahe verloren hinter der beſtimmten Furcht daß Adam ihren Ver⸗ wandten Alles verrathen möchte was er wiſſe, und ſein plözlicher Vorſchlag mit ihm allein zu ſprechen hatte ihre Gedanken in eine neue Richtung geleitet. Sie wollte dieſe Gelegenheit durchaus nicht unbe⸗ nüzt laſſen, und als nach dem Thee die Jungen in den Garten gingen und Totty mitzugehen verlangte, da ſagte Hetty mit einer Munterkeit die Frau Poyſer überraſchte:
„Ich will mit ihr gehen, Tante.“ 3
Es hatte durchaus nichts Ueberraſchendes daß Adam erklärte er wolle auch mitgehen, und bald befand er ſich mit Hetty allein auf dem Gang bei den Nußbäumen, während die Jungen irgendwo die großen unreifen Nüſſe auflaſen um damit zu ſpielen, und Totty mit der Andacht eines jungen Hündchens ihnen zuſchaute. Es war noch nicht lange her, kaum zwei Monate, daß Adam voll von wonnigen Hoff⸗ nungen neben Hetty in dem Garten geſtanden hatte.


