Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Es iſt nicht nöthig daß wir uns jezt wiederſehen. Nach einigen Monaten werden wir uns mit freund⸗ licheren Gefühlen wiedertreffen. 9

A. D.

Vielleicht hat er Recht daß er mich heute nicht mehr ſehen will, dachte Adam.Es hilft nichts wenn wir einander noch mehr harte Worte ſagen, und eben ſo hilft es nichts wenn wir einander die Hand geben und ſagen daß wir wieder Freunde ſein wollen. Wir ſind keine Freunde, und darum iſt es beſſer wenn wir auch nicht dergleichen thun. Ver⸗ zeihen iſt zwar Menſchenpflicht, aber wie ich die Sache anſehe, ſo kann es bloß bedeuten daß man alle Gedanken an Rache aufgeben, aber nicht daß man die alten Gefühle wieder hegen muß, denn das iſt nicht möglich. Er iſt nicht mehr derſelbe Mann für mich und ich kann nicht mehr ſo gegen ihn fühlen. Gott ſteh mir bei, ich weiß nicht ob ich noch über⸗ haupt gegen einen Menſchen ſo fühlen kann; es iſt mir zu Muthe als hätte ich meine Arbeit von einer falſchen Linie aus gemeſſen und müßte jezt das Ganze noch einmal meſſen.

Bald jedoch nahm die Frage wegen Einhändigung des Briefes an Hetty alle Gedanken Adams in An⸗ ſpruch. Arthur hatte ſein Herz dadurch ein wenig erleichtert daß er die Entſcheidung Adam mit einer Warnung zuſchob, und Adam, der ſonſt nicht ſehr bedenklich war, hatte hier ſein Bedenken. Er be⸗ ſchloß behutſam zu Werke zu gehen und ſich ſo gut wie möglich über Hetty's Seelenzuſtand zu verge⸗ wiſſern, bevor er ihr den Brief übergebe.