Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
Einzelbild herunterladen

228

Meinung der Welt? Derſelbe, verſichere ich euch, nur unter verſchiedenen Umſtänden. Unſere Thaten beſtimmen uns eben ſo gewiß wie wir ſie beſtimmen, und bis wir genau wiſſen welche eigenthümliche Com⸗ bination äußerer und innerer Thatſachen die ent⸗ ſcheidenden Handlungen eines Menſchen beſtimmt, wollen wir uns lieber nicht einbilden ſeinen Charak⸗ ter genau zu kennen. Es liegt in unſern Thaten ein furchtbarer Zwang, der zuerſt den ehrlichen Mann in einen Betrüger verwandeln und ihn hernach mit dieſem Wechſel verſöhnen kann, aus dem einfachen Grunde weil das zweite Unrecht ihm unter der Maske des einzig ausführbaren Rechten entgegentritt. Die That die man vor der Vollbringung mit jenem Ge⸗ miſch von geſundem Verſtand und friſcher ungetrüb⸗ ter Empfindung betrachtet hat welches das geſunde Auge der Seele iſt, wird nachher mit der Brille ſinnreicher Beſchönigung angeſehen, die uns zeigt daß Alles was die Menſchen ſchön oder häßlich nennen aus höchſt ähnlichen Zuſammenſezungen be⸗ ſteht. Europa fügt ſich in ein fait accompli, und das thut auch der Einzelne, bis der friedliche Ver⸗ gleich durch eine krampfhafte Vergeltung geſtört wird.

Dieſen verſchlechternden Wirkungen eines Ver⸗ gehens gegen ſein eigenes Rechtsgefühl kann ſich Niemand entziehen, und bei Arthur waren ſie um ſo ſtärker, weil er im höchſten Grad der Selbſtach⸗ tung bedurfte, die, ſo lange ſein Gewiſſen ruhig blieb, zu ſeinen beſten Schuzwaffen gehörte. Selbſt⸗ anklagen waren ihm zu peinlich, er konnte ſie nicht ertragen. Er mußte ſich bereden daß er keinen gar