Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
Einzelbild herunterladen

218

Adam ſagte nichts, ſondern erhob ſich von ſeinem Stuhl und ſtellte ſich an ein Fenſter, als ſchaute er auf die dunkeln mondbeglänzten Fichten hinaus; in Wahrheit aber hatte er keinen andern Gedanken als den Streit in ſeinem Innern. Sein Entſchluß erſt morgen zu ſprechen half jezt nichts mehr: er mußte jezt und ſogleich ſprechen; aber es währte meh⸗ rere Minuten bevor er ſich umwandte und näher zu Arthur trat; er blieb dann ſtehen und ſchaute auf den Daliegenden hinab.

Es wird für mich am beſten ſein offen zu ſprechen, ſagte er mit augenſcheinlicher Anſtrengung,obſchon es mich hart ankommt. Sie ſehen, Herr, das iſt für mich keine Kleinigkeit, was es auch für Sie ſein mag. Ich gehöre nicht zu den Männern die zuerſt um die eine und dann um die andere freien, und es iſt mir durchaus nicht gleichgiltig welche ich zulezt nehme. Was ich für Hetty fühle, iſt eine andere Liebe, die, glaube ich, Niemand wiſſen kann als der ſie wirklich fühlt, und Gott, der ſie eingegeben hat. Sie iſt mir mehr als alles Andere auf der Welt, alles außer meinem Gewiſſen und meinem guten Namen. Und wenn es wahr wäre was Sie mehr⸗ mals geſagt haben, wenn es bloß Scherz und Lie⸗ belei geweſen wäre, wie Sie es nennen, und wenn alles das mit Ihrem Weggehen ein Ende nähme, nun dann könnte ich ſchon warten und hoffen daß ſie mir am Ende doch ihr Herz zuwenden würde. Der Gedanke iſt mir zuwider daß Sie falſch gegen mich ſein könnten, und ich will an Ihr Wort glau⸗ ben, ſo ſchlimm auch die Sache ausſehen mag.

Sie würden gegen Hetty ein größeres Unrecht