216
mehr aus Gedankenloſigkeit gehandelt, als ich bei einem Mann von Herz und Gewiſſen für möglich gehalten hätte. Wir ſind nicht alle gleich geſchaffen und verkennen einander leicht. Gott weiß daß es meine größte Freude wäre wenn ich das Beſte von Ihnen denken könnte.“
Arthur wäre am liebſten nach Hauſe gegangen ohne überhaupt noch etwas zu ſprechen; er war gei⸗ ſtig zu ſchmerzlich angegriffen und körperlich zu ſchwach um dieſen Abend noch eine weitere Erklärung zu wünſchen. Und doch war es ihm eine Erleichterung daß Adam die Sache wieder in einer Art aufs Ta⸗ pet brachte die ihm das Antworten am wenigſten erſchwerte. Arthur befand ſich in der unglücklichen Lage eines ehrlichen edlen Mannes der einen Fehler begangen hat, in deſſen Folge er eine Täuſchung für nothwendig hält. Den natürlichen Drang Wahr⸗ heit mit Wahrheit zu erwidern, einem offenen Be⸗ kenntniß mit Vertrauen entgegen zu kommen, mußte er unterdrücken, und die Pflicht war für ihn eine Frage der Tactik geworden. Seine That fiel auf ihn ſelbſt zurück, ſie beherrſchte ihn bereits tyranniſch und zwang ihn zu einem Benehmen gegen welches ſein natür⸗ liches Gefühl ſich ſträubte. Das Einzige was noch zuläſſig ſchien war, daß er Adam ſo ſehr als mög⸗ lich täuſchte und ihm eine beſſere Meinung von ſich beibrachte als er wirklich verdiente, und als er Adams ehrlichen Widerruf, als er die wehmüthige Klage hörte womit er ſchloß, da mußte er ſich freuen über den Reſt von unwiſſendem Vertrauen der ſich darin kundgab. Er antwortete nicht ſogleich, denn er mußte ſich jezt klug zeigen, nicht wahrheitsliebend. 3


