Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Sommermorgen in ſeinem Herzen, und er ſah Hetty in dem Sonnenſchein, einem Sonnenſchein ohne blen⸗ denden Glanz, mit ſchiefen Strahlen die zwiſchen den zarten Schatten des Laubs zitterten.

Geſtern, als er ihr nach der Kirche die Hand reichte, meinte er in ihrem Geſichte einen Anflug von melancholiſcher Freundlichkeit zu ſehen die er nie zuvor bemerkt hatte, und er nahm dieß als ein Zeichen daß ſie an ſeinem Familienkummer einiger⸗ maßen Theil nehme. Armer Burſche! Jener ſchwer⸗ müthige Zug hatte einen ganz andern Grund, aber wie konnte er das wiſſen? Wir ſehen in das Geſicht eines Mägdleins das wir lieben, wie wir unſerer Mutter Erde ins Geſicht ſchauen, und wir leſen darin alle Arten von Antworten auf unſere eigenen ſehn⸗ lichen Wünſche. Adam konnte ſich des Gefühls nicht erwehren daß das Ereigniß in der lezten Woche die Ausſicht auf eine Heirath ihm näher gerückt habe. Bisher hatte er ſchmerzlich die Gefahr empfunden daß irgend ein Anderer dazwiſchen kommen und Hetty's Herz und Hand in Beſiz nehmen könnte, während er ſelbſt ſich in einer Stellung befand die ihm eine offene Bewerbung noch nicht geſtattete. Selbſt wenn er große Hoffnung auf Gegenliebe ge⸗

habt hätte— ſeine Hoffnung war aber nichts we⸗

niger als ſtark— ſo hatte er noch andere Verpflich⸗ tungen auf ſich liegen, um Hetty an ſeiner Seite eine Häuslichkeit anbieten zu können wie ſie nach einem ſo behaglichen Leben im Pachthof, wo ſie Alles im Vollauf beſaß, erwarten durfte. Wie alle kräftigen Naturen, hegte Adam ſtarkes Vertrauen in ſeine Geſchicklichkeit; er war überzeugt